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Hochsensibilität (Sensory Processing Sensitivity, SPS)

Wenn Reize, Eindrücke und Stimmungen schnell zu viel werden

 

Manche Menschen erleben ihren Alltag intensiver als andere. Geräusche, Licht, viele Eindrücke gleichzeitig, aber auch emotionale Stimmungen in der Umgebung können schnell anstrengend werden. Oft entsteht dann das Gefühl, schneller erschöpft zu sein oder weniger „belastbar“ zu sein als andere. Viele beginnen dann, an sich selbst zu zweifeln – obwohl sie eigentlich nur anders auf Reize reagieren.

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Wenn Sie sich darin wiederfinden, sind Sie damit nicht allein. In der psychologischen Beratung geht es nicht darum, Sie weniger sensibel zu machen. Im Gegenteil: Wir schauen gemeinsam darauf, wie Ihre Wahrnehmung funktioniert und was Ihnen im Alltag wirklich Entlastung bringt.

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Was Hochsensibilität (SPS) in der Forschung beschreibt

 

Im wissenschaftlichen Kontext wird Hochsensibilität häufig als Sensory Processing Sensitivity (SPS) beschrieben. Gemeint ist damit ein Temperamentsmerkmal, bei dem Reize tiefer verarbeitet und stärker wahrgenommen werden können.

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Wichtig: Hochsensibilität ist keine Diagnose und keine Störung. Es ist ein Unterschied in der Art, wie Informationen, Eindrücke und Emotionen verarbeitet werden.

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Viele Menschen mit hoher Sensitivität berichten zum Beispiel, dass sie schneller überreizt sind, soziale Situationen intensiver nachwirken oder Konflikte länger beschäftigen. Gleichzeitig nehmen sie oft feine Nuancen wahr – in Gesprächen, Stimmungen, Beziehungen oder auch in Musik, Kunst und Natur.

 

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Wie sich Hochsensibilität im Alltag zeigen kann

 

Hochsensibilität sieht bei jedem Menschen anders aus. Häufige Erfahrungen sind zum Beispiel:

 

Im Kontakt mit anderen Menschen

Sie spüren sehr schnell, wenn sich etwas verändert – ein Tonfall, eine Stimmung oder eine unausgesprochene Spannung. Nach sozialen Situationen brauchen Sie oft Rückzug, um wieder „bei sich anzukommen“. Auch Konflikte oder Kritik können länger nachwirken als bei anderen.

 

Im Alltag und Beruf

Viele Betroffene erleben, dass Reizüberflutung schnell entsteht – etwa durch Lärm, viele Aufgaben gleichzeitig, Unterbrechungen oder unruhige Umgebungen. Auch Entscheidungen können schneller ermüden, selbst wenn Sie grundsätzlich gut funktionieren.

Oft zeigt sich Hochsensibilität darin, dass Sie lange „durchhalten“ und die Erschöpfung erst später deutlich wird.

 

Im Körper und im inneren Erleben

Überreizung kann sich unterschiedlich anfühlen: innere Unruhe, Gereiztheit, Erschöpfung oder das Gefühl, nicht mehr richtig abschalten zu können. Auch Schlafprobleme oder eine erhöhte emotionale Reaktivität können dazugehören.

Wenn zusätzlich körperliche Beschwerden auftreten, ist es wichtig, diese medizinisch mit abzuklären, um eine gute Einordnung zu bekommen.

 

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Hochsensibilität verstehen

 

Viele Menschen wünschen sich eine klare Einordnung. Gleichzeitig ist Hochsensibilität kein Zustand, den man „entweder hat oder nicht hat“.

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Wenn Sie sich in vielen der beschriebenen Erfahrungen wiederfinden, kann das ein Hinweis darauf sein, dass Ihre Reizverarbeitung sensibler ist. In der Beratung schauen wir dann nicht auf ein Etikett, sondern auf Ihr persönliches Muster:

 

Was überfordert Sie? Was stabilisiert Sie? Und welche Bedingungen helfen Ihnen im Alltag wirklich?​

 

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Wie ich Sie unterstützen kann

 

In der psychologischen Beratung geht es vor allem darum, Ihre Sensibilität besser zu verstehen und alltagstauglich damit umzugehen – ohne sich ständig anpassen oder überfordern zu müssen.

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Häufige Schwerpunkte sind:

  • Überreizung früher erkennen und rechtzeitig gegensteuern

  • einen besseren Umgang mit Reizfülle, Pausen und Belastung entwickeln

  • Grenzen klarer spüren und ohne Schuldgefühl kommunizieren

  • innere Ansprüche und Perfektionismus entlasten

  • soziale und berufliche Situationen so gestalten, dass sie tragbar bleiben

  • besser verstehen, warum bestimmte Situationen so intensiv wirken

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Wenn es sinnvoll ist, können auch Beziehungspersonen einbezogen werden – zum Beispiel um Rückzug, Bedürfnis nach Ruhe oder Reizüberforderung besser verständlich zu machen.

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Meine Arbeit ist wissenschaftlich informiert und basiert unter anderem auf meiner Beschäftigung mit psychologischen Themen im klinischen Kontext sowie fortlaufenden Weiterbildungen, inklusive meiner systemischen Approbationsausbildung. Entscheidend ist jedoch immer, was für Sie konkret hilfreich ist.

 

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Grenzen

 

Psychologische Beratung ersetzt keine medizinische Abklärung.

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Wenn starke körperliche Symptome bestehen – zum Beispiel chronische Schmerzen, starke Kopfschmerzen oder Migräne, anhaltende Schlafprobleme, Tinnitus oder andere belastende körperliche Beschwerden – ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Psychologische Begleitung kann dann unterstützend helfen, besser mit Stress, Reizverarbeitung und Belastung umzugehen.

 

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden oder Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben, holen Sie sich bitte sofort professionelle Hilfe (z. B. Notruf 112 oder regionale Krisendienste).

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So läuft es ab

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  • Kostenloses Erstgespräch (20 Minuten): Wir klären kurz Ihr Anliegen und ob mein Angebot passt.

  • Sitzungen: vorwiegend online, Termine in Berlin sind möglich.

  • Dauer: 50 Minuten.

  • Rhythmus: wöchentlich oder zweiwöchentlich, je nach Bedarf.

  • Vertraulichkeit & Datenschutz: Ihre Inhalte bleiben selbstverständlich geschützt; die Zusammenarbeit erfolgt nach professionellen Vertraulichkeitsstandards und mit Blick auf DSGVO-konforme Abläufe.​

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Quellen​

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Aron, E. N., & Aron, A. (1997). Sensory-processing sensitivity and its relation to introversion and emotionality. Journal of Personality and Social Psychology, 73(2), 345–368. https://doi.org/10.1037/0022-3514.73.2.345 (PMID: 9248053)

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Greven, C. U., Lionetti, F., Booth, C., Aron, E. N., Fox, E., Schendan, H. E., Pluess, M., Bruining, H., Acevedo, B., Bijttebier, P., & Homberg, J. (2019). Sensory processing sensitivity in the context of environmental sensitivity: A critical review and development of research agenda. Neuroscience & Biobehavioral Reviews, 98, 287–305. https://doi.org/10.1016/j.neubiorev.2019.01.009 (PMID: 30639671)

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Smolewska, K. A., McCabe, S. B., & Woody, E. Z. (2006). A psychometric evaluation of the Highly Sensitive Person Scale: The components of sensory-processing sensitivity and their relation to the BIS/BAS and “Big Five”. Personality and Individual Differences, 40(6), 1269–1279. https://doi.org/10.1016/j.paid.2005.09.022

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Konrad, S., & Herzberg, P. Y. (2017). Psychometric properties and validation of a German High Sensitive Person Scale (HSPS-G). European Journal of Psychological Assessment, 35(3), 364–378. https://doi.org/10.1027/1015-5759/a000411

 

Lionetti, F., Pastore, M., Moscardino, U., Nocentini, A., Pluess, K., & Pluess, M. (2019). Sensory processing sensitivity and its association with personality traits and affect: A meta-analysis. Journal of Research in Personality, 81, 138–152. https://doi.org/10.1016/j.jrp.2019.05.013

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Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS). (2018). The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition (ICHD-3). Cephalalgia, 38(1), 1–211. https://doi.org/10.1177/0333102417738202 (PMID: 29368949)

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Henningsen, P., Hausteiner-Wiehle, C., & Häuser, W. (2022). Migraine in the context of chronic primary pain, chronic overlapping pain disorders, and functional somatic disorders: A narrative review. Headache: The Journal of Head and Face Pain, 63(8), 1121–1135. https://doi.org/10.1111/head.14419 (PMID: 37575543)

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Löwe, B., Levenson, J., Sommershof, A., Martini, A., Rosmalen, J. G. M., & Schröder, A. (2024). Persistent physical symptoms. The Lancet, 404(10465), 1617–1628. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(24)02141-2 (PMID: 39432859)

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FAQ​

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Wieso bin ich selbst nach schönen Erlebnissen erschöpft?

Das kann irritierend sein – vor allem, wenn das Erlebnis eigentlich positiv war.

Auch angenehme Situationen können für das Nervensystem viel Verarbeitung bedeuten: Gespräche, Eindrücke, Geräusche, soziale Dynamiken oder Emotionen. Wenn Sie Reize intensiv wahrnehmen und verarbeiten, braucht Ihr System danach oft mehr Zeit, um wieder runterzufahren.

In der Beratung schauen wir gemeinsam, wie Ihr persönlicher Erholungsrhythmus aussieht – und wie Sie Pausen so gestalten können, dass Überlastung gar nicht erst entsteht.

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Ich weiß nicht, ob ich wirklich hochsensibel bin – passt Beratung trotzdem?

Ja, auf jeden Fall. Sie müssen keine klare Einordnung oder Diagnose haben, um Unterstützung zu bekommen.

Viele Menschen kommen in die Beratung, weil sie sich schnell überreizt fühlen, Eindrücke lange nachwirken, sie schwer abschalten können oder sich im Alltag „zu schnell voll“ fühlen. Ob das dann Hochsensibilität, Stressbelastung oder eine andere Ursache ist, klären wir gemeinsam im Prozess.

Im Mittelpunkt steht nicht das Label, sondern Ihr Erleben: Was passiert bei Ihnen – und was hilft Ihnen konkret weiter?

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Kann ich auch mit einer Beziehungsperson kommen?

Ja, das ist möglich und kann sehr entlastend sein.

Gerade in Beziehungen entstehen häufig Missverständnisse, wenn Rückzug, Ruhebedarf oder Reizüberforderung nicht eingeordnet werden können. Was sich für eine Person wie Distanz anfühlt, ist oft einfach Überlastung.

In gemeinsamen Sitzungen geht es darum, solche Dynamiken verständlicher zu machen und eine gemeinsame Sprache zu entwickeln: für Pausen, Grenzen, Nähe und Kommunikation im Alltag.

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Ist Hochsensibilität eine Diagnose?

Nein. Hochsensibilität – im Forschungskontext oft als Sensory Processing Sensitivity (SPS) beschrieben – ist keine psychische Störung und keine medizinische Diagnose, sondern ein Temperamentsmerkmal.

Das bedeutet: Menschen unterscheiden sich darin, wie stark und tief sie Reize verarbeiten.

Gleichzeitig können ähnliche Erfahrungen auch bei Stress, Angst, Depression, Trauma oder neurodivergenten Entwicklungen auftreten. Deshalb ist eine sorgfältige Einordnung wichtig, wenn der Leidensdruck hoch ist oder Unsicherheit besteht.

In der Beratung geht es darum, gemeinsam zu verstehen, was bei Ihnen eine Rolle spielt.

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Was ist, wenn ich zusätzlich körperliche Beschwerden habe (z. B. Migräne)?

Dann ist eine medizinische Abklärung besonders wichtig.

Starke oder wiederkehrende körperliche Symptome wie Migräne, chronische Schmerzen, Tinnitus, Schlafstörungen oder andere anhaltende Beschwerden sollten ärztlich eingeordnet werden – vor allem, wenn sie neu auftreten oder sich verändern.

Psychologische Beratung kann Sie parallel unterstützen, zum Beispiel beim Umgang mit Reizüberflutung, Stress, innerer Anspannung oder Überforderungsphasen im Alltag.

 

Wie viele Sitzungen sind sinnvoll?

Das ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, was Sie sich wünschen.

Manche Menschen kommen für eine kurze Klärung oder konkrete Strategien im Umgang mit Reizüberflutung. Andere möchten tiefer verstehen, warum bestimmte Muster immer wieder auftreten – zum Beispiel in Bezug auf Grenzen, Selbstanspruch oder Beziehungen.

Im Erstgespräch schauen wir gemeinsam, was für Sie sinnvoll und realistisch ist. Der Verlauf ist nicht festgelegt – entscheidend ist, dass es sich für Sie im Alltag hilfreich anfühlt.

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