Was Atmung mit Wohlbefinden zu tun hat
- Eden Kosman
- 17. Dez. 2021
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Juli

Luft rein, Luft raus – die Kraft der Atmung
Du atmest etwa 20.000 Mal am Tag – und das meist unbewusst. Doch hinter diesem simplen Vorgang steckt weit mehr, als wir oft denken. Denn gezielte, bewusste Atmung kann dein Wohlbefinden maßgeblich verbessern. Studien zeigen: Sie wirkt beruhigend auf das Gehirn, senkt den Blutdruck und hilft dir, mit Stress gelassener umzugehen.
Warum Atmung dein Wohlbefinden beeinflusst
Die meiste Zeit über läuft unser Atem automatisch. Doch genau das macht ihn so besonders: Im Gegensatz zu anderen Körperfunktionen wie der Verdauung können wir den Atem bewusst steuern. Und genau darin liegt ein großes Potenzial.
Sobald du bewusst atmest, aktivierst du dein parasympathisches Nervensystem – das beruhigt deinen Körper und reduziert die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin.
Wenn du ängstlich, wütend oder überfordert bist, spürst du, wie sich dein Körper verändert: Das Herz rast, der Atem wird flach. Genau hier kannst du mit der richtigen Atemtechnik gezielt gegensteuern.
Wie funktioniert das? – Die Rolle des Vagusnervs
Die US-Forscherin Esther Sternberg erklärt den Effekt mit einer Auto-Metapher: Wenn du unter Stress stehst, ist es, als würdest du aufs Gaspedal drücken. Bewusste Atmung dagegen wirkt wie das Treten der Bremse.
Durch ruhiges, tiefes Atmen aktivierst du den Vagusnerv, der das parasympathische Nervensystem anregt – dein inneres Beruhigungssystem. Der Körper kann entspannen, der Geist wird klarer.
Wissenschaftlich belegt: Atmung beeinflusst das Gehirn
Zwei Studien zeigen eindrucksvoll, wie Atmung und Wohlbefinden zusammenhängen:
Die Studie von Yackle et al. (2017) zeigt, dass kontrollierte Atmung direkt auf das Nervenzentrum im Hirnstamm wirkt und dort beruhigende Signale aussendet.
Eine weitere Studie von Zelano et al. (2016) belegt: Der Rhythmus der Atmung verbessert sogar das Gedächtnis und die emotionale Verarbeitung.
Atemtechnik zum Ausprobieren: Die 4-7-8-Methode
Die von Dr. Andrew Weil entwickelte 4-7-8-Atemtechnik ist besonders effektiv gegen Stress, Einschlafprobleme oder Angst. So funktioniert sie:
Atme 4 Sekunden lang ein
Halte den Atem 7 Sekunden lang an
Atme 8 Sekunden lang langsam aus
Wiederhole den Zyklus 4–6 Mal
Je öfter du übst, desto leichter fällt es dir. Wenn dir die volle Dauer am Anfang schwerfällt, starte mit kürzeren Zeiten und steigere dich langsam.
Hier findest du eine einstündige Version einer geleiteten 4-7-8 Atmungsmeditation.
Mehr als Sauerstoff: Atmung als Verbindung zur Welt
Bewusstes Atmen kann dir nicht nur helfen, dich besser zu fühlen – es erinnert dich auch daran, wie verbunden du mit der Welt bist. Jede Einatmung bringt Luft voller Moleküle, die einmal Teil von Pflanzen, Tieren oder anderen Menschen waren. Jede Ausatmung gibt etwas von dir zurück.
Der Atem ist ein ständiger Austausch – ein Geben und Nehmen, das dich lebendig macht.
Fazit: Atmung bewusst nutzen – für mehr Ruhe, Klarheit und Gesundheit
Wenn du regelmäßig bewusst atmest, stärkst du nicht nur deine mentale Widerstandskraft, sondern auch deine körperliche Gesundheit. Nimm dir täglich ein paar Minuten Zeit, um dich auf deinen Atem zu konzentrieren – sei es mit der 4-7-8-Methode oder einer Atemmeditation.
Denn wie Buddha einst sagte:
„So du zerstreut bist, lerne auf den Atem achten.“
Du möchtest lernen, wie du deinen Atem gezielt für mehr Ruhe, Klarheit und Wohlbefinden einsetzen kannst?
In einer individuellen Beratung unterstütze ich dich gerne dabei, einfache, aber wirkungsvolle Atemtechniken in deinen Alltag zu integrieren – ganz nach deinen Bedürfnissen und deinem Lebensrhythmus.
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